Pressestimmen



Die Avantgarde überzeugend gebändigt

Wolfgang Bauer und Blechbläserquintett spielen in der Waldorfschule

von Frank Klein, Ludwigsburger Kreiszeitung, 2012-01-09

Sie sind alte Bekannte, die ihre Freundschaft jetzt auch auf musikalischer Ebene vertiefen: Der Trompeter Wolfgang Bauer und das Ludwigsburger Blechbläserquinett. Am Samstagabend traten die Musiker gemeinsam in der Waldorfschule auf und überzeugten das Publikum mit ebenso avantgardistischen wie wohlklingenden Tönen. Es war ein fachkundiges Publikum, vor dem Wolfgang Bauer und das Ludwigsburger Blechbläserquintett auftraten: Zahlreiche der etwa 250 Besucher waren Teilnehmer einer Musiklehrertagung, die am Wochenende in der Waldorfschule stattfand Teil der Tagung war auch das Konzert am Samstagabend. Den Musikern fiel es allerdings nicht schwer, das Publikum im Festsaal der Waldorfschule vom ersten Augenblick an zu überzeugen. Wolfgang Bauer ist ein Meister seines Fachs, hat an der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker bei Konradin Groth studiert und hatte unter anderem Verträge als Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern, dem Radio Sinfonie Orchester Frankfurt und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 1993 gelang ihm der Durchbruch als Solist, als er den Deutschen Musikwettbe-werb und den Internationalen Musikwettbewerb der ARD gewann. Als Solist, Orchester und Kammermusiker gab Bauer Konzerte in Japan, Korea, China, den USA und fast ganz Europa, trat als Solist mit namhaften Orchestern wie dem London Philharmonie Orchestra, dem Orchestre National de France oder dem WDR Sinfonieorchester Köln auf. Bei seiner Kooperation mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett bestehend aus Klaus Ulrich Dann (Trompete), Hubertus von Stackelberg (Trompete), Harald Domes (Horn), Matthias Jauß (Posaune) und David Polkinhorn (Tuba) hat sich Bauer auf eine Mischung aus Altem und Neuem eingelassen, das die sechs Musiker zusammenführen und in neue Zusammenhänge stellen. Das Programm bestand zum Teil auch aus "klassischeren" Nummern aus dem 19. Jahrhundert wie dem "Concerto für Trompete" von Amilcare Ponchiellis, bei dem Wolfgang Bauer als Solist begeisterte. Sein virtuoses Spiel ist zugleich gefühlvoll und harmonisch als auch experimentell und modern. Überwiegend trugen die sechs Musiker aber Werke aus dem 20.Jahrhundert vor, die zumindest teilweise der Avantgarde zugerechnet wer-den müssen. Avantgardistische Musik sorgte nicht nur für den Bruch mit traditionellen Hörgewohnheiten, sie verursachte immer wieder handfeste Skandale. So erin-nerte Bauer daran, dass der argentinischstämmige, später in Deutschland tätige Komponist Mauricio Kagel verschiedene seiner Werke nur unter Polizeischutz aufführen konnte. Mit ihrer hoffentlich dauerhaften Kooperation gelang es Bauer und dem Ludwigsburger Blechbläserquintett nicht zuletzt, die häufig allzu experimentelle avantgardistische Musik zu "bändigen" und so Berührungsängste abzubauen. Bild: Benjamin Stollenberg

Anrührend und zurn Brüllen komisch

Plieningen, Hänsel, Gretel und die schlimmen Herdmanns beim Adventskonzert der Ludwigsburger Blechbläser

von Martin Bernklau, Blick vom Fernsehturm, 2011-12-13

Jetzt hat es endlich geklappt mit dem schon länger geplanten Auftritt des Ludwigsburger Blechbläser Quintetts in der Plieninger Martinskirche. Ein märchenhafter Auftritt war das und ein adventlicher, besonders für die Kinder der Gemeinde, aber auch ein lustiger. Denn das vielgefragte Ensemble hatte gemeinsam mit dem Sprecher Stefan Müller Ruppert und zu einer Bildfolge von Christiane Milerski eine musikalische Version des Märchens "Hänsel und Gretel" mitgebracht, bei der sich Frank Rudhardt auf Engelbert Humperdincks Oper stützt. Im zweiten Teil gab es dann die ganz andere Weihnachtsgeschichte "Hilfe, die Herdmanns kommen!", passend zum Schauplatz des Kinderbuch Klassikers mit amerikanischen Klängen versehen. Mit dem hinreißenden Jagd Galopp von Gioachino Rossinis Wilhelm Tell Ouvertüre stellte das Bläserquintett am Sonntagnachmittag zunächst einmal seine virtuose musikalische Klasse klar. Die Kirche war gut besucht und nicht nur von Kindern mit Eltern. Es ist aber, für Erwachsene, eine ganz eigentümliche Sache mit den Märchen. Man will sie in der aus Kindertagen bekannten Form hören, also Gebrüder Grimm. Gegen Varianten sträubt sich irgendwas. Auch mag der dramatisch ausgefeilte, plastische Vortrag von Stefan Müller Rupperts sonorer bis lauter Baßstimme nicht so ganz dem gemütlichen Märchenonkel entsprochen haben. Dafür war er spannend und aufregend, wie heutige Kinder das vielleicht eher mögen. Auch das Bläserquintett spitzte die spätromantische Musik manchmal etwas grell lautmalerisch zu und gab auch zuweilen ganz schön viel Sound, was Blechbläser ja können. Die mit Beamer auf die Leinwand geworfenen Bilder von Christiane Milerski hingegen waren warm und bunt und eher nicht so furchteinflößend. Natürlich gibt es auch in der Humperdinck Fassung ein glückliches, ja sogar besonders fröhliches Ende ohne Schrecken, was auch die kleinsten Kinder dann erleichtert strahlen ließ. Die Herdmanns sind eine ziemlich asoziale, vom Vater verlassene Familie, in der die sechs Kinder ganz sich selber überlassen sind, weil die Mutter arbeiten gehen muss. Allesamt ganz schlimme, ungebildete und gefürchtete Finger. Dieses Sextett, auch in religiösen Dingen vollkommen ahnungslos, mischt als Hauptdarsteller das Krippenspiel der frommen Gemeinde auf. Denn kein anderes Kind traut sich mehr, auch nur einen Hirten zu spielen. Da verteidigt Eugenia als Maria ihr Kind ziemlich handfest und staucht schon mal den Josef zusammen. Der Engel brüllt eher grob als dass er säuselt, und die Heiligen Drei Könige, zunächst als "Bande schmutziger Spione" im Dienst des Herodes geschmäht, bringen statt Spezereien einen nahrhaften Schinken. Das ist nicht nur zum lauthals Lachen köstlich, brüllend komisch, sondern auch sehr anrührend, sozialkritisch und öffnet Augen wie Herzen, was Barbara Robinson da vor vielleicht 40 Jahren geschrieben hat. Der Sprecher Stefan Müller Ruppert lief zu ganz großer Form auf Mit einem feinsinnigen bis derben Melodienbogen zwischen Jazz, Folklore und Klassik untermalten das die Musiker des Ludwigsburger Blechbläser Quintetts. Und die richtig ergriffenen großen wie kleinen Zuschauer sparten nicht an begeistertem Beifall.

Musiker bieten einen Abend wie im Märchen

Affalterbach: Ludwigsburger Blechbläserquintett legt starken Auftritt hin.

Von Helmut Schwarz, Stuttgarter Nachrichten - Marbach und Bottwartal, 2011-11-28

Wo höchste Virtuosität und lässige Spielfreude sich paaren, da gibt es einen exzellenten Klang. Dass genau dies beim Ludwigsburger Blechbläserquintett (LBQ) der Fall ist, haben die Bläser um Hubertus von Stackelberg einmal mehr bewiesen beim jüngsten Auftritt in der Kelter in Affalterbach, wo das Quintett das 39. Rathauskonzert zu einem märchenhaften Abend gestaltete. Gemeinsam mit Roland Kunz vom Saarländischen Rundfunk als Erzähler schenkten die Musiker den Zuhörern einen genussreichen Abend, ließen sie mit fast kindlicher Gespanntheit die Geschichte vom vermissten Geschwisterpaar Hänsel und Gretel und der bösen Hexe erleben und die Musik von Engelbert Humperdinck genießen. Nicht nur hier wusste der moderationsbewährte Sprecher mit grandioser Erzählkunst seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Ebenso vermochte er bei den "Don Quichottissen" (Jan Koetsier) den Ritter von der traurigen Gestalt nebst kurzbeinigem Sancho Pansa und Klepper Rosinante sowie die schöngeredete Dulcinea äußerst treffsicher zu skizzieren. Auch die Texte von Eugen Roth bei den von dem Jazzmusiker Torsten Maaß musikalisch gezeichneten Tiergeschichten um Elefant, Känguru, Wal, Tiger und Löwe erfüllte Roland Kunz mit Vitalität, während die Musiker mit den unterschiedlichsten Klangfarben instrumentale Gemälde lieferten. Nicht nur die sich drehenden Windmühlen, gegen die sich der tapfere Don Quichotte mutig stemmte, waren buchstäblich beziehungsweise tonal wahrzunehmen. Das Ludwigsburger Blechbläserquintett mit den beiden Trompetern Klaus-Ulrich Dann und Hubertus von Stackelberg, dem Hornisten Harald Domes, dem Posaunisten Matthias Jauß und dem Engländer David Polkinhorn (Tuba) erwies sich einmal mehr als ebenso technisch versiertes wie musikalisch hochrangiges Ensemble, das Blechblasmusik auf höchstem Niveau bietet und Musik jeglichen Genres zum Erlebnis formt. Für das LBQ gibt es keinerlei Abgrenzung zwischen E- und U-Musik, und die verschiedenen Stilrichtungen fließen unmerklich ineinander über. Von Stackelberg und Co. fühlen sich überall heimisch, ob prachtvoll barocke Klänge, Klassik oder schwärmerische Romantik, grenzfreie Moderne oder auch Jazz und Popmusik. Es ist brillante Bläserkunst, was diese Musiker seit über 25 Jahren servieren und in der Affalterbacher Kelter einmal mehr unter Beweis stellten, zum Beispiel mit Gioachino Rossinis "Wilhelm Tell-Ouvertüre" und vor allem bei den Zugaben "Josua Fit the Battle of Jericho", wobei Matthias Jauß, Harald Domes und David Polkinhorn Posaune, Horn und Tuba als höchst wendige und differenziert einsetzbare Instrumente vorstellen konnten, was für die Trompeten von vornherein gilt. Der begeisterte Applaus am Ende des Konzerts wollte kein Ende nehmen und erinnerte Hubertus von Stackelberg an den letzten Auftritt in der Kelter, der ebenfalls über zweieinhalb Stunden dauerte. Ohne Umschweife und Allüren setzte das Quintett noch einen drauf und lieferte mit der Kombination von "O When the Saints" und dem "Halleluja" von Georg Friedrich Händel - also Jazz und Barock - "zwei Nationalhymnen in einem" (Stackelberg) und ein Beispiel großartiger Musizierkunst, mit der das Ludwigsburger Blechbläserquintett seine Zuhörer zu faszinieren weiß. Und in Affalterbach wartet man bereits heute auf einen weiteren Auftritt der Ludwigsburger Künstler.

Selten gespielte Stücke genial serviert

Ludwigsburger Blechbläser-Quintett und Solotrompeter Wolfgang Bauer beeindruckten mit ihrem Konzert in der Stadtkirche

Christine Schick, Murrhardter Zeitung, 2011-09-20

Petrus ließ das geplante Open-Air-Brass-Konzert mit dem Ludwigsburger Blechbläser-Quintett zu einem Indoor-Brass-Konzert werden. Kein Beinbruch. Denn: In der Murrhardter Stadtkirche kamen die unterschiedlichen musikalischen Nuancierungen akustisch wunderbar zur Geltung. Das Gotteshaus gab ihnen Raum und Fülle.Allein schon mit der Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini spielte sich das Quintett in die Herzen der Zuhörer. Denn der Fanfarenschall mit temporeichem, dynamischem Spiel ist einfach mitreißend. Edvard Grieg ist da schon nordisch kühler, zumal der Tanz „Sarabande“, den er zum Ausgangspunkt nahm, ein ruhiger ist. Die barocke Form erfährt in seiner Komposition eine zeitgemäße Abwandlung. In das romantische Venedig entführt Felix Mendelssohn mit seinem „Gondellied“. Die Melodie hat einen erzählerischen Charaker, so als wollte sie eine Fahrt über das Wasser mit den verschiedensten Eindrücken schildern. Die Stimmung der Serenissima vermittelten die Musiker ihren Zuhörern wunderbar. Das anschließende „Vivace“ gleicht einem wilden Galopp, der die vorherige Beschaulichkeit völlig vergessen lässt. Im „Concerto Es-Dur“ von Jan B. G. Neruda mit den Sätzen „Allegro“, „Largo“ und „Vivace“ finden sich durchaus noch barocke Elemente. Das Quintett wob ein bewegtes Notennetz, über das sich die brillante Solotrompete Wolfgang Bauers erhob. Jeder Ton war glasklar. Giuseppe Verdi schuf mit „Nabucco“ sein berühmtestes Werk. Die „Ouvertüre“ greift die einzelnen Themen auf, unter anderem auch den „Gefangenenchor“. Das Brass-Arrangement ließ die einzelnen Melodien in einem reizvollen neuen Klang erschallen, allerdings ganz im romantischen Sinne. Eigentlich schrieb Eugene Bozza seine Komposition „Rustiques“ für das Klavier, aber das Bläserquintett und Wolfgang Bauer verliehen dem Stück einen ganz eigenen Charakter. Es begann mit einem Echo, dann erhob sich sehr gefühlvoll die Solotrompete über alle Schwere hinweg, während das Quintett das erdende Fundament bildete. Amilcare Ponchielli schrieb das „Concerto“ für Trompete und Quintett so raffiniert, dass viele Passagen elegant und gleichzeitig gefühlvoll wirken. Obgleich die Musiker sie temporeich und akzentuiert spielten, vermittelt das Stück trotzdem Leichtigkeit. Für Liebhaber der großen weiten See waren die „Sea Sketches“ von Ian McDonald (*1950) genau das Richtige. Die „Maritime Ouverture“ entpuppte sich als geniale Seefahrerkomposition – sie drückt Kraft und Zielstrebigkeit aus und scheint sich der Grenzenlosigkeit des Meeres entgegenstellen zu wollen. Während „Sunset Shanty“ sehr feierlich wirkt, ist die „Hornpipe“ wiederum sehr eingängig. Das Trompeten-Sextett es-Moll, op. 30, von Oskar Boehme sollte das wirklich beeindruckende Konzert beenden. Die Sätze „Adagio ma non tanto“, „Allegro molto“, „Scherzo Allegro vivace“, „Andante cantabile“ und „Allegro con spirito“ nahmen die Zuhörer in einen Kosmos mit erhabenen Stimmungen, augenzwinkernden und geistreichen Momenten und leicht sentimentalischen Einsprengseln mit, bis die Musiker mit einem feierlichen, groß angelegten Finale auftrumpften. Zum Schluss gab’s eine Zugabe. Dieser Artikel kommt von MUZ Online. Die URL zu diesem Artikel lautet: http://www.murrhardter-zeitung.de/imageView/?n=306032 © Murrhardter Zeitung 2009, alle Rechte vorbehalten

Royale Unterhaltungsmusik

Uhingen/ Wäschenbeuren. Mit einem Streifzug durch fünf Jahrhunderte englischer Unterhaltungsmusik spann das Ludwigsburger Blechbläser Quintett den "Very British" benannten thematischen Faden des Fils

Autor: HANS HERDEG | 26.07.2011, Südwestpresse Göppingen, 2011-07-26

Und da dies einmal mehr in der Bürenhalle überaus eindrucksvoll geschah, gestaltete sich der Sonntag für unsere europäischen Inselnachbarn nicht nur sportlich an prominenten Orten (letzte Etappe der Tour de France in Paris, Formel 1 auf dem Nürburgring), sondern auch, sollten sie davon Kunde erhalten, musikalisch in der schwäbischen Provinz höchst erfolgreich. Daran, dass Letzteres durchaus beabsichtigt war, ließen die Ludwigsburger Musiker von Beginn an, dem die Ouvertüre zu Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" zugeordnet war, nicht den leisesten Zweifel, indem sie, wie gewohnt, mit größtem Engagement und brillanter Bläserkunst zu Werke gingen, die sich zunächst auf die instrumentale Meisterschaft eines jeden der fünf Musiker, sodann auf die nach einem äußerst homogenen, nur dann und wann von den Trompeten geschärften Klang zielenden, fast blindlings sich ereignenden Zusammenspiel gründete. Und da sie sich, unterstützt von der Percussionistin Heidi Merz, welche die Musik nicht nur rhythmisch fundamentierte, sondern ihr etwa mit Pauken und Tambourin weitere Farben hinzugewann, sicher und gewandt (und meist auch mit der erforderlichen Präzision) durch die musikalischen Stile des 16. und 18. Jahrhunderts bewegten, gerieten die Stücke des ebenso kunstbeflissenen wie mordlüsternen Tudor-Königs Heinrich VIII. ("Rose without a thorn"), des seiner Nachfolgerin schmeichelnden Hofmusikers Anthony Holborne ("Elizabethan Dance Suite") oder eben des vom Haus Hannover beauftragten Händel (eine Suite aus der "Wassermusik" beschloss den ersten Programmteil) zu fein gearbeiteten, schön geformten Preziosen englischer Bläsermusik. Im zweiten Konzertabschnitt zeigten die Ludwigsburger, dass Unterhaltungsmusik, zu der auch die vorangegangenen royalen Kompositionen zählen, durchaus einen besonderen, der Ernsthaftigkeit des Unterfangens nicht widersprechenden Stellenwert gewinnt. Vor allem dann, wenn sie geeignet ist, beim Hörer von seiner Phantasie genährte Bilder zu evozieren wie etwa Ian McDonalds "Sea sketches" mit rollenden Wellen und einem eindrucksvollen Sonnenuntergang oder die aus Stücken von Joseph Horovitz, Jean-Francois Michel und Paul Carr gebastelte, zwischen beiden Gestaden des Kanals pendelnde Stimmungsfolge "A very British and French postcard and music hall suite". Vollends verfängt solches Entertainment, wenn es aus jüngerer Zeit Bekanntes in neuem musikalischen Gewand erinnerungsträchtig ins Bewusstsein zurückruft, wies die Evergreens der Beatles oder die Musical-Melodien von Andrew Lloyd Webber, Elton John oder Frederick Loewe schlussendlich taten. Mit des Letzteren "Ich hätt getanzt heut Nacht" aus "My Fair Lady" endete die höchst abwechslungsreiche Vortragsfolge, der nach herzlichem Applaus entsprechend tänzerisch beschwingte Zugaben folgten.

Durch die Literaturgeschichte: Ludwigsburger Blechbläser-Quintett bestritt den Auftakt der Kreuzgangkonzertreihe

Das Ludwigsburger Blechbläser-Ensemble spielte sich beim Kreuzgangkonzert durch die Literaturgeschichte. Trompetenkünstler Wolfgang Bauer begeisterte mit mehreren Soli.

Petra Haubold, Süd-West Presse Horb/Neckar, 2011-07-25

Alpirsbach. Da hatten die Organisatoren um Reiner Ulrich und Rainer Benz vom Verein Alpirsbacher Kreuzgangkonzerte einen echten Glücksgriff getan: Gut gefüllte Stuhlreihen und stehende Ovationen am Ende belohnten das Quintett, das mit Solist Wolfgang Bauer unter dem Motto "Best of Brass" ein glänzendes Konzert voll barocker und zeitgenössischer Festlichkeit präsentierte. Den Auftakt machte die Tell- Ouvertüre von Rossini. Heiter und bisweilen spritzig-temperamentvoll ging die Reise weiter mit Edvard Griegs Sarabande und dem berühmten Gondellied von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Viel Freude bereiteten die Beiträge des Orchester- und Kammermusikers Wolfgang Bauer, der als einer der führenden Trompeter seiner Generation gilt. Der Solist brachte nicht nur glanzvolle Virtuosität ins Spiel, sondern sorgte mit wendigem Ton und weit ausholenden Melodien für eine lyrische Stimmung im Kreuzgang. Das Ludwigsburger Blechbläserquintett bestritt das erste Kreuzgangkonzert in diesem Jahr. Klaus Dann, Matthias Jauss, Harald Domes, David Polkinhorn, Hubertus von Stackelberg und Wolfgang Bauer brillierten bei ihrem Vortrag. In dem für Trompete bearbeiteten Es-Dur-Konzert von Johann Baptist Neruda formte Bauer die ausdrucksstarken Klänge blitzblank und mit enormer Souveränität. Gesteigert wurde der Eindruck eines Virtuosen, der technisch alle Hürden überfliegt, bei der neuzeitlichen "Rustiques" von Eugene Bozza. Den Orchesterpart übernahm versiert das Bläserquintett, das auch eine echte Augenweide für die Besucher war. Bei Giuseppes Verdis Ouvertüre zu Nabucco, "einem richtig romantischen Stück, bei dem alle Charaktere der Oper die italienische Volksseele erkennen lassen", so Moderator Stackelberg, zeigten die Musiker ihre gefühlsbetonte Seite. Vielfältigkeit und Können prägte die "Very British and French Postcard-Suite", eine Variation aus Gegenwartsmelodien aus England und Frankreich von Paul Carr. Die glasklare Intonation bei "Trick-Cyclist", das präzise Zusammenspiel bei "Commuting by Train", die voll ausgeschöpfte Dynamik in "Le Cabaret" und die hervorragenden Soli machten deutlich, warum Blechbläser-Ensembles auf solch hohem Niveau längst nicht mehr nur Bach spielen müssen. Bravo-Rufe gab es nach Amilcare Ponchiellis "Concerto für Trompete", bei dem Wolfgang Bauer wiederum als Solist mit Kreativität, Frische und Herzlichkeit überzeugte. Letztere durchzog auch die amüsanten Anekdoten Bauers. Die "Maritim Overture" mit den drei "Sea Skeches" von lan MacDonald wurden kurzerhand in das Programm nach der Pause eingeschoben und bestach mit Verve und künstlerischer Schaffensfreude. Krönendes Finale des Konzertes bildete Oskar Böhme Trompeten-Sextett in es-Moll mit seinen vier Sätzen.

Alpirsbach: Festlich und virtuos zugleich musiziert

Virtuos und mit sichtlicher Spielfreude: Das Ludwigsburger Blechbläserquintett bestritt das zweite Kreuzgang-Konzert. Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Petra Haubold Alpirsbach., Schwarzwälder-Bote, 2011-07-25

Das weithin bekannte und preisgekrönte Ludwigsburger Blechbläser- Quintett musizierte im Kreuzgang der Alpirsbacher Klosterkirche vor über 250 Zuhörern. Stehende Ovationen am Ende belohnten das Quintett, das mit Solist Wolfgang Bauer unter dem Motto "Best of Brass" ein glänzendes Konzert voll barocker und zeitgenössischer Festlichkeit präsentierte. Der Trompeter Hubertus von Stackelberg stellte den Besuchern die Kompositionen vor. Den Auftakt bildete die Tell-Ouvertüre von Rossini. Heiter und bisweilen spritzig-temperamentvoll ging die Reise weiter mit Edvard Griegs Sarabande und dem berühmten Gondellied von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Trompeter Wolfgang Bauer überzeugte als Solist mit glanzvollem und virtuosem Spiel. Mit wendigem Ton und weit ausholenden Melodien sorgte er für eine lyrische Stimmung im Kreuzgang. Im für Trompete bearbeiteten Es-Dur-Konzert von Johann Baptist Neruda formte Bauer die ausdrucksstarken Klänge mit enormer Souveränität. In den drei Sätzen lebte zudem die Zeit der höfischen Tänze wieder auf. Gesteigert wurde der Eindruck eines Virtuosen, der spieltechnisch alle Hürden nimmt, bei der neuzeitlichen "Rustiques" von Eugene Bozza: Bauer glänzte mit makellosem Klang und viel Charme. Den Orchesterpart übernahm versiert das Bläserquintett. Bei Guiseppe Verdis Ouvertüre zu Nabucco, "einem richtig romantischen Stück, bei dem alle Charaktere der Oper die italienische Volksseele erkennen lassen", so Moderator Hubertus von Stackelberg, zeigten die fünf Ensemble-Musiker ihre gefühlsbetonte Seite. Vielfältigkeit und Können prägten im zweiten Konzertteil die Interpretation der "Very British and French Postcard-Suite", eine Variation verschiedener Gegenwartsmelodien aus England und Frankreich von Paul Carr. Rundum überzeugend waren die glasklare Intonation bei "Trickside Lists", das präzise Zusammenspiel bei "Commuting By Train", die voll ausgeschöpfte Dynamik in "Le Cabaret" und die hervorragenden Soli. Bravo-Rufe gab es nach Amilcare Ponchiellis "Concerto für Trompete", bei dem Wolfgang Bauer wiederum als Solist mit Kreativität, jugendlicher Frische und Herzlichkeit überzeugte. Letztere durchzog auch die amüsanten Anekdoten Bauers. Die "Maritime Overture" mit den drei "Sea Sketches" von Ian MacDonald wurde nach der Pause kurzerhand in das Programm eingeschoben und bestach mit Verve und künstlerischer Schaffensfreude. Das krönende Finale des Konzerts bildete Oskar Böhmes Trompeten-Sextett in es-Moll mit seinen vier Sätzen.

Kino für die Ohren

Zu swingenden sommerlichen Wasserspielen lud das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett am Sonntagabend eigentlich in den Schlosshof ein. Da das Wasser kurz vor Konzertbeginn mehr von oben kam, war ein ku

Von Susanne Walter, Heilbronner Stimme, 2011-07-13

Beilstein - Mammutwerk Sie erlebten unter dem Motto "Sommer, Meer und Swing" zwei Konzertstunden, die buchstäblich Kino für die Ohren bedeuteten. Das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett hebt sich von anderen dadurch ab, dass es wohl besonderen Gefallen an Programmmusik findet. Es lässt den Trend vieler Bläserensembles, Programme zu verulken, links liegen und widmet sich, deshalb nicht weniger humorvoll, dem eigentlichen Kern von zum Beispiel Händels Suite aus der Wassermusik, Rossinis Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" , Verdis Ouvertüre zu "Nabucco". In Don Quichottisen von Jan Koetsier, dem Mammutwerk des Abends, hört man nicht nur, wie sich die Windmühlen drehen. Geräuscheffekte verstärken die Handlung um den verrückten Don Quichotte und seinen Gefährten Sancho Pansa. Das Quintett heischt nicht nach Effekten, lässt modernisierte und raffinierte Arrangements für sich sprechen. Der Trompeter Hubertus von Stackelberg ist nicht nur Moderator und Bindeglied zwischen Publikum und Quintett. Er erzählt auch, was bei einem Konzert auf der Bühne passiert und warum. Um eine Fülle an Klangfarben möglich zu machen, wechseln die Profis zwischen einigen Instrumenten wie großen und kleinen Trompeten, Flügelhorn, Euphonium und verschiedenen Tuben. Drei Musiker der heutigen Besetzung sind noch aus der Gründungszeit vor 27 Jahren dabei. Gospelzugabe In Beilstein gefielen Klaus-Ulrich Dann (Trompete), Hubertus von Stackelberg (Trompete), Harald Domes (Horn), Matthias Jauß (Posaune) und David Polkinhorn (Tuba) so gut, dass die erste Zugabe, der Gospel "Joshua Fought the Battle of Jericho" nicht nur eine zweite nach sich zog, sondern gleich eine Menge Zukunftsmusik, denn das Konzert im Schlosshof steht ja noch aus.

Die Pattschos wagen sich an große Opernmusik

Das Pattonviller Schulorchester hat zusammen mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett das Märchen "Hänsel und Gretel" in der Bürgerhalle gespielt.

Von Yannik Buhl, Kornwestheimer Zeitung, 2011-07-12

Pattonville "Kornwestheim und Kreis Ludwigsburg" Den kleinen Musikern ist die Aufregung deutlich anzusehen. Rastlos wuseln sie vor der Pattonviller Bürgerhalle umher, hin und wieder erklingt ein Laut aus einem der vielen Instrumente. Die Viertklässler der Pattonviller Grundschule tragen blaue T-Shirts, auf der Brust steht in kunstvoll verschnörkelter Schrift der Name des jungen Bläser-Orchesters: Pattschos, das Pattonviller Schulorchester. In der Bürgerhalle gibt es an diesem Sonntagnachmittag einen "ganz besonderen Anlass", wie der Klassenlehrer der 28 Jungmusiker Jens Heim sagt. Seine Bläserklasse nämlich spielt heute zusammen mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett (LBQ). Gemeinsam tragen sie Eltern, Großeltern und Geschwistern, die zum Konzert gekommen sind, das Märchen "Hänsel und Gretel" vor, mit Musik aus der gleichnamigen Oper des Komponisten Engelbert Humperdinck. Dazu werden von der Malerin Christiane Milerski illustrierte Szenen aus dem Märchen auf eine große Leinwand neben der Bühne projiziert, und der als Werbe- und Konzertsprecher bekannte Stefan Müller-Ruppert liest das Märchen. Auf die Frage, wie sie sich wenige Minuten vor dem Auftritt denn fühlen, sind sich die Nachwuchsmusiker einig: "Aufgeregt!" Sie hätten vor allem "Schiss, sich zu verspielen", verraten Bastian und Samuel, beide zehn Jahre alt. Zudem sei es ihr letztes Konzert, denn nach den Sommerferien gehen alle auf eine weiterführende Schule. "Riesenspaß" mache es dennoch, mit dem LBQ zu spielen. "Es klingt einfach cool", meint Samuel begeistert und auch ein wenig stolz. Immerhin stehen sie gemeinsam mit den Großen auf der Bühne. Ihre Bedenken jedoch sollen sich bald in Luft auflösen. Große und kleine Blasmusiker spielen ein gelungenes Konzert. Die Mischung aus anspruchsvoller Blasmusik, bunten Bildern und mit tiefer, angenehmer Stimme vorgetragenem Märchen macht das Konzert zu einem Erlebnis - nicht nur für die kleinen Zuschauer. Die Pattschos spielen fünf Stücke aus der Oper gemeinsam mit dem LBQ, den Rest übernehmen die Profis. Der Übergang zwischen Erzählung und Musik ist fließend, regt die Fantasie an und lädt dazu ein, sich die beschriebene Szene vorzustellen, gar weiterzuspinnen und auszuschmücken. Da sind die im Wald umhertollenden Hänsel und Gretel plötzlich gar nicht mehr so weit weg. Die Pattschos spielen neun verschiedene Instrumente, darunter Klarinetten, Querflöten, Waldhörner und Saxofone. Auch eine kleine Tuba ist dabei. Seit der dritten Klasse musiziert die Klasse zusammen. "Wir haben mit dem LBQ einmal eine Generalprobe gehabt", berichtet Heim. Sonst hätten sie mit Hilfe einer CD geprobt. Zustande gekommen ist die Zusammenarbeit ebenfalls durch Jens Heim. "Nach einem Klassenausflug zum LBQ ins Blühende Barock in Ludwigsburg hatte ich angefragt, ob wir nicht mal was gemeinsam machen wollen." Die Hälfte der Gage für das LBQ hätten sie über Sponsoren finanziert, sagt er. Am Ende sind alle mit dem Konzert zufrieden. "Es hat wunderbar geklappt", meint Heim. Hubertus von Stackelberg, Trompeter des LBQ, sagt, es sei "sehr gelungen", dafür, dass es das erste Projekt mit einer Bläserklasse gewesen sei. "Es hat uns allen viel Spaß gemacht, es war eine tolle Zusammenarbeit, und die Kleinen waren sehr gut vorbereitet."

Zum Auftakt exzellente Bläsermusik

Mit dem Ludwigsburger Blechbläser-Quintett begann eine neue musikalische Reihe im Ulmer Münster, die "Stunde der Kirchenmusik".

GOTTFRIED LOTHAR, Südwestpresse Ulm, 2011-05-02

Herausragendes bot das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett zur Eröffnung der neuen Konzert-Reihe im Ulmer Münster. Foto: Lars Schwerdtfeger. Die "Stunde der Kirchenmusik" soll immer wieder einmal freitags um 18.07 Uhr nach dem Glocken-Geläut schlagen. Zum Auftakt konnte eine handverlesene Schar von Zuhörern exzellente Bläsermusik genießen, die von den fünf Musikern des Ludwigsburger Blechbläser-Quintetts herausragend dargeboten und vom Gründungsinitiator Hubertus von Stackelberg entsprechend moderiert wurde. Vom Franzosen Jean-Joseph Mouret erklang ein knackiges Rondeau als Auftakt, welches die Meisterschaft der Musiker offenbarte, die dann mit vielen Soli zum Vorschein trat bei Bearbeitungen von Bach, Monteverdi oder Samuel Scheidt. Für eine Chaconne des Venezianers Gabriele verteilten sich die Musiker um die Zuhörer - lediglich der Tubist nahm inmitten der Kirchenbänke Platz - und demonstrierten so die antiphone Komposition, die im Wechsel zwischen allen Instrumenten hin- und herschwebte und wahre Klangwogen hervorbrachte. Nach wunderschönen Bearbeitungen von Klavierstücken und Liedern des Norwegers Edvard Grieg zeigten die Musiker ihr herausragendes Können in Gospel- und Spiritualsätzen. Eine Komposition von P. Lawrence brachte Zitate von Bach zum Swingen und kombinierte sie mit dem bekannten "Take Five". Die große Stunde von Joe Muro an der Tuba schlug, als er das Thema von "Nobody knows" variieren durfte, bevor auch Stackelberg und Klaus Ulrich Dann an den Trompeten, Harald Domes am Horn und Matthias Jauß mit seiner Jazz-Posaune zum Finale bliesen, bei dem Händels "Halleluja" sich virtuos mit dem Gospel "When the Saints Go Marching In" verbanden. Natürlich wurden die Musiker nicht ohne eine Zugabe entlassen, die mit "Joshua Fought the Battle Of Jericho" noch ein letztes Mal den Kirchenraum im Wohlklang des Blechs ertönen ließen.

Besinnlich, spritzig, humorvoll

Das Waiblinger Vocalensemble, das Ludwigsburger Blechbläserquintett und Markus Schneider luden zum Adventskonzert

pm, Kirchheimer Zeitung - Neuffen, 2010-12-09

NEUFFEN(pm). Mit einem besinnlichen, spritzigen und humorvollen Adventsprogramm unter dem Titel „Fanfares and Carols" gastierten jüngst das Waiblinger Vocalensemfele unter der Leitung von Michael Culo, Das Ludwigsburger Bleehbläserquintett und der Schauspieler und Buchhändler Schneider; in der voll besetzten Martinskirche in Neuffen. Zu Beginn erklang das allseits bekannte „Machet die Tore Weit" von Andreas Hammerschmidt, fein und klangschön musi-ziert. Bei den folgenden Werken von Johann Sebastian Bach war das Ludwigsburger Blechbläserquintett wieder einmal mit Blechbläserkammermusik auf höchstem Niveau zu hören. Die Bach'schen Werke wurden durchsichtig, farbenreich und intonationssicher musiziert. Mit der Brahms-Motette „ O Heiland; reiß die Himmel auf" und „A Hymn to the Virgin" trat nun das Waiblinger Vocalensemble als fein differenzierter und farbenreicher Klangkörper auf. Bei diesen beiden A-cappella-Werken zeigte sich die kleine, flexible Besetzung des Vocalensembles als ausgezeichnet für eine homogene und meist auch intonationssichere Interpretation. Im Mittelpunkt aber stand „Fanfares and Carols" von Eric Robertson. Das Medley mit vier populären englischsprachigen Weihnachtsliedern entstand ursprünglich für ein gemeinsames Konzert der Swingle Singers mit Canadian Brass. Das Waiblinger Vocalensemble und das Ludwigsburger Blechbläserquintett entwickelten eine gemeinsame Spiel- und Musizierfreude, die sich sofort auf das Publikum übertrug und manchen Zuhörer in sanfte Bewegung setzte. Das absolute Highlight dieses Konzertes war das Werk „Ein Weihnachtsspuk" von Victor Douglas Brown. Diese Erzählung mit Musik verbindet Ausschnitte aus Charles Dickens' „Weihnachtsgeschichte", kommentiert durch Bläsermotive, mit beliebten Weihnachtsliedern: hier agierten Markus Schneider als Erzähler der Geschichte, dem man gerne noch weitaus länger zugehört hätte. Er gestaltete die Erzählung plastisch und dramatisch und zog so die Zuhörer in den Bann. Chor und Bläser griffen diese Stimmung auf und sorgten dafür, dass das Konzert einen gelungenen und runden Abschluss fand. Michael Culos packendes und hoch emotionales Dirigat motivierten Chor und Bläser zu Höchstleistungen. Den Ausführenden wurde mit lang anhaltendem Beifall gedankt.

Ludwigsburger Blechbläserquintett zu Gast in der Zehntscheuer

Gö, Deckenpfronner Wochenblatt Nr.46, 2010-11-18

Bei der letzten Veranstaltung der Reihe „Kultur in der Zehntscheuer" 2010 zeigten das Ludwigsburger Biechbiäserquintett auf höchstem Niveau sein Können. Vor 26 Jahren gründete sich das Quintett aus Musikstudenten. Drei Gründungs¬mitglieder spielen noch heute in diesem Ensemble. Nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch international hat sich die Gruppe einen Namen gemacht und die gezeigte Leistung am vergangenen Samstag untermauerte diesen Anspruch, Das Repertoire reichte von Klassischen Stücken von Händel, Bach oder Grieg bis hin zu irischen Volksweisen und Jazzeinlagen. Die Geschichte von Don Quichotte, nahm nach der Pause einen großen Teil ein. Bandleader Hubertus von Stackelberg las vor und dazwischen wurde die intonierte Fassung der Don Quichottisen von Jan Koetsier gespielt und versetzte die Zuhörer in die spanischen Szenen, auch die Windmühlen waren dabei „zu hören". Eine sehr gelungene Vorstellung dieses renommierten Quintetts, das leider nicht den angemessenen Besucherzuspruch erfuhr. Die, die gekommen waren, wurden nicht enttäuscht.

Blechbläser verzaubern Konzertsaal

(aki) - Ein historisches Zusammentreffen besonderer Musiker durfte das Publikum im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse erleben, bei einem zauberhaften Abend hoher Blasmusik mit Seltenheitswert.

Astrid Killinger, Ludwigsburger Kreiszeitung, 2010-10-16

Mit dem Musikpreis Echo Klassik hat sich 2009 der aus Böblingen stammende, jetzt in Erdmannhausen wohnende Trompeter Wolfgang Bauer in die Weltspitze katapultiert. Noch länger als der 45-Jährige sorgt das Ludwigsburger Blechbläser Quintett dafür, dass neben all den vielen Moden die klassische Kunst der Bläser nicht in Vergessenheit gerät. - Könner mit jungen Jahren - Dass Wolfgang Bauer und zumindest zwei Mitglieder des Quintetts sich schon vor 30 Jahren begegnet sind, das verriet jetzt Hubertus von Stackelberg. Ihm und Klaus-Ulrich Dann, beide selbst Trompeter, war damals die besonders gute Musik aufgefallen, die sie beim Vorbeigehen immer aus einem Zimmer in der Musikhochschule Stuttgart vernahmen. Dass sie tatsächlich von dem Schüler stammte, den sie heraus kommen sahen, das konnten sie nicht auf Anhieb glauben. Tatsächlich war Wolfgang Bauer von seinem 14. Lebensjahr bis zum Abitur Jungstudent an der Hochschule. Mit der exzellent dargebotenen Battle-Suite von Samuel Scheidt, die jedes Barockmusikherz höher schlagen ließ, machte das LBQ jetzt beim Konzert den Auftakt. Neben von Stackelberg und Dann spielten Harald Domes (Hörn), Matthias Jauß (Posaune) und Joe Muro. - Schwebende Leichtigkeit - Mit dem Flügelhorn gab Bauer seinen Einstand beim Konzert in Es-Dur für Horn und Blechbläserquintett von Jan K. Neruda. In den kleinteilig verzwickten Rhythmus fällt er mit einer weichen und schwebenden Leichtigkeit ein. In der Fantasie Brillante aus der berühmten Trompetenschule von Jean Baptist Arban beweist Bauer in den immer schneller werden Parts seine spieltechnische Meisterschaft. Mit den fröhlich-frechen „Trois Pastels sur la Belle Epoche" zaubert das versierte Quintett ein Lächeln auf die Gesichter. Zum Schluss reiht Bauer sich in das LBQ ein, für das „Blechbläsersextett es-Moll" von Oskar Boehme. Es knüpft im letzten Satz überraschend an das strahlend Barocke des Konzertbeginns an. Schön, wenn Begegnungen sich zum Kreis schließen.

„Das war einmalig“

Konzert Ludwigsburger Blechbläser übertreffen in St. Nikolaus alle Erwartungen

(eh), Allgäuer Zeitung, 2010-06-30

Pfronten „Ich bin überzeugt davon, dass Sie am Ende buchstäblich auf den Bänken stehen werden!“ Diese Ankündigung von Kirchenmusiker Heinz-Josef Fröschen vor dem Konzert des Ludwigsburger Blechbläser-Quintetts in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten wurde Realität: Stehend applaudierten die rund 100 Zuhörer am Schluss und blieben auch zur Zugabe stehen. „Das war spitze. Ich kann das gar nicht beschreiben, es war einfach einmalig!“, ist Pius Lochbihler aus Vils begeistert – und seine Frau Hildegard kann nur zustimmen. Musikkritiker sollen das extra für die Quintettbesetzung umgeschriebene Werk „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, das einen der drei Programmpunkte darstellte, schon ein „Kino für die Ohren“ genannt haben. Daneben wurden Ausschnitte aus der „Peer Gynt-Suite I und II“ von Edvard Grieg gespielt, zum Beispiel das bekannte „In der Halle des Bergkönigs“, wo die Zuhörer sich sofort in eine Märchenwelt versetzt glaubten. Auch der „Danse Tyrienne“ von Claude Debussy stand auf dem Programm. Das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett brachte zusammen mit dem internationalen Orgelpreisträger Martin Kaleschke und dem Schlagzeuger der Deutschen RadioPhilharmonie Saarbrücken, Michael Gärtner, ein gewaltiges Musikerlebnis in die Kirche. „Ein Konzert in dieser Qualität habe ich hier in der Kirche in Pfronten noch nie erlebt!“, lobt Fröschen die Profimusiker. Um mit der Klangfarbe experimentieren zu können, wie es der Leiter des Quintetts, Hubertus von Stackelberg, ausdrückt, spielten die Mitglieder unter anderem Flügelhorn, Trompete, Posaune, Euphonium und verschiedene Tuben. Das kann man nicht bezahlen Eine Zuhörerin kommt jedenfalls zum ersten Mal ohne Geld von einem Konzert nach Hause, obwohl der Eintritt frei war, Spenden aber erwünscht: „Man kann die Musiker gar nicht genug bezahlen für das Geschenk, das sie einem mit einer solchen Darbietung machen!“, schwärmt Monika Franke aus Pfronten. Und sie fügt hinzu: „Die neue Orgel kommt hier wunderbar zur Geltung.“

Kompakte Klänge in der Kirche

Herrenberg: Ludwigsburger Blechbläserquintett setzen mit Orgel und Schlagzeug neue Akzente

VON WOLFCANG TEUBNER, Gäubote Herrenberg, 2010-06-22

Die Herrenberger Stiftskirche hat viele musikalische Ereignisse schon erlebt, das Konzert am Sonntagabend fügte noch einen weiteren, deutlichen Akzent hinzu: Die bearbeiteten Orchesterwerke von Edvard Grieg und Modest Mussorgski beziehungsweise Maurice Ravel für fünf Bläser, Orgel und einer ganzen Percussions-Batterie brachten kräftige Höreindrücke. Die fünf professionellen Bläser aus Ludwigsburg folgten einmal nicht dem Trend aller Blechbläserquintette, ihre Programme mit Klamauk und musikalischen Gags anzureichern (oder zu verwässern). Bei ihnen erlebte man eine große Ernsthaftigkeit, spannende Klangentwicklungen und einen künstlerischen Wohllaut mit leuch-tender Transparenz. Sie begannen mit ei-ner Auswahl von fünf Sätzen aus den bei-den Peer-Gynt-Suiten von Grieg, mehr-heitlich düster grundierte Stücke wie „Ases Tod" oder „Solvejgs Lied". In der abschließenden „Halle des Bergkönigs" brachen die Schleusen der sonst roman-tisch reich gefärbten Klanglichkeit auf und es entwickelte sich eine Kompaktheit, die an akustisch mögliche Grenzen stieß. Die Vielseitigkeit der Musiker machte viele Farben möglich: Klaus Dann und Hubertus von Stackelberg spielten nicht nur verschieden große Trompeten, sondern auch die weicheren Flügelhörner, Michael Peuser wechselte von der Posaune zum Eufonium, Harald Domes war der Hornist, David Polkinhorn saß an der Tuba. Dazu kam der junge Ludwigsburger Bezirkskantor Martin Kaleschke, der auf der Orgel wahre Klangwunder erzeugte, die dem orchestralen Original sehr nah kamen. Michael Gärtner schließlich, der eine Fülle von verschiedenen Schlaginstrumenten bediente, hielt sich zumeist im dekorativen Klanghintergrund, konnte aber durchaus auch dominante Töne übernehmen. Schon die originale Klavierfassung der „Bilder einer Ausstellung" von Mussorgski hat zuweilen orchestrale Klangfülle, die sinfonische Fassung von Ravel schöpft diese in genialer Weise ganz aus. Die von dem Ludwigsburger Blechbläserquintett selbst arrangierte Fassung für Bläser, Orgel und Schlagzeug zeigte eine bewundernswerte Neuorganisation der Partitur. Teils fetzig und witzig Die solistischen Hervorhebungen der Themen gaben sich umrissscharf und eindringlich, die Klänge gaben sich teils fetzig und witzig (Ballett der Küken in ihren Eierschalen), an anderen markanten Stellen modellierte man die formalen Schlüsselpunkte der Emotionalität und Spitzfindigkeiten hervor. Bis auf den Satz „Die Hütte der Baba Jaga" wurde der sehr russisch konzipierte Zyklus komplett gespielt und bei aller Klangfülle mit eindrucksvol-ler poetischer Kraft gemeistert. Natürlich ist die Akustik der Stiftskirche für eine solche Besetzung nicht gerade optimal und für die Ausführenden sogar problematisch, dennoch kam im Schiff alles gut an, verstärkt durch Hall und Nachklänge. In der Mitte des Programms spielte Martin Kaleschke die ebenfalls original für Klavier geschriebene „Tarantelle styrienne" von Claude Debussy in einer eigenen Fassung für die Orgel. Mit einer raffiniert vielseitigen Registrierung brachte er Erregung in das auch orchestral wirkende Stück (Ravel hat auch dieses instrumentiert). Präzis und lustvoll antreibend setzte er die reibungsfreudigen Klanglinien eigenwilligen Rückungen aus, immer aber den Tarantella-Rhythmus im Auge behaltend. Die leider etwa nur 50 Zuhörer zeigten sich von diesem besonderen Konzert sehr beeindruckt. Der Beifall wurde mit dem „Einzug der Edlen" aus der Oper „Mlada" von Rimski-Korsakow belohnt.

Musikalische Botschaften

Zwei Chöre und das Blechbläserquintett musizieren für die Karlshöhe

VON ANGELIKA BAUMEISTER, Ludwigsburger Kreiszeitung, 2010-05-10

„You´ve got a Friend": Die von den Abendsternen mit viel Gänsehautgefühl gesungene Ballade wurde zum Motto des gestrigen Benefizkonzerts für die Karlshöhe. „Es ist gut, Freunde zu haben, auf die man sich verlassen kann", sagte die Schirmherrin Eva Luise Köhler zum Auftakt der ausverkauften Matinee. Der Freundeskreis der Karlshöhe hatte in den Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse eingeladen, wo zugunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher in der diakonischen Einrichtung musiziert wurde. Mit Gospels, Swing und Jazz; mit Feingefühl, Hinga-be und Ausgelassenheit - und auch mit viel Macht. „Gospel Power" nennt sich denn auch der Chor der evangelischen Kirchen-gemeinde West, der mit viel Temperament und begleitet von einer Band zur Sache ging. Temperamentvoll agierte vor allem die aus Oklahoma in den USA stammende Dirigentin Kara Haass, die die Musik lebte und auch mit Sologe¬sang brillierte. Packende Banjo-Klänge und erfrischender Gesang sorgten für richtig gute Laune. Hingegen sehr stimmungsvoll ge¬lang der Song „You raise me up". Andere aufrichten, Mut machen und helfen - das ist auch das An-sinnen des Freundeskreises der Karlshöhe. „Menschlichkeit darf nicht der Beliebigkeit ausgesetzt werden", sagte Eva-Luise Köhler. Deshalb sei es so wichtig, dass jemand da sei, wenn alles unter einem zu-sammenzubrechen drohe. Viel Einsatz für die gute Sache zeigte auch das Ludwigsburger Blech-bläserquintett mit Hubertus von Stackelberg. Das Brass-Ensemble zog im schräg-witzigen New-Orleans-Stil in den Saal ein, hielt es mit Jazz-Standards, begeisterte mit einer Musical-Suite und schlug äußerst gekonnt einen Bogen von der Klassik zum Jazz mit einer Melange aus „When the Saints" und dem „Halleluja" aus Händels Messias. Sehr intensive Momente bescherten außerdem die Abendsterne der Muttertagsmatinee. Jörg Thums Erfolgschor vom SKV Eglosheim brachte Sonne in den Saal mit dem sehr gekonnt vorgetragenen Comedian-Harmonists-Hit „Wochenend und Sonnenschein". Von der Choreographie her eine Klasse für sich war der aufwallend intonierte Titel „Let the sunshine in" aus dem Musical Hair. Auf große Begeiste¬rung beim Publikum stieß vor al¬lem das gemeinsame Finale. Der Spiritual „Swing low, sweet Chariot" wurde mit Bluesgrass-Flair, einer Prise „Freude schöner Götterfunken" und rhythmusverliebten Momenten interpretiert. Dieses ansteckend-fröhliche Signal des Miteinanders machte das Konzert zu etwas ganz Besonderem.

Muttertagskonzert mit Eva Luise Köhler

500 Besucher freuen sich über frische Musik und Ehrengast

conz, Karlshöher Mitteilungen 2/10, 2010-05-08

Mit dem Besuch einer energiegeladenen Gospel-, Swing- und Brass-Matinee in Ludwigsburg unterstützte Eva Luise Köhler am 9. Mai 2010 die Karlshöhe. Der Freundeskreis der diakonischen Einrichtungen hatte zum dritten Mal zum Vormittags-Konzert in den Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse Ludwigsburg eingeladen, der mit rund 500 Besucherinnen und Besuchern voll besetzt war. Was die Chöre auf die Bühne brachten, überzeugte. Der mitreißend-dynamische Chor GospelPower aus der Evangelischen Kirche in Ludwigsburg begeisterte mit seiner amerikanischen Leiterin und nahm die Besucher mit auf eine Spiritual-Reise in den Süden der USA. Beim Oldtime Religion-Medley bebte die Halle. Das Ludwigsburger Blechbläser Quintett glänzte mit kristallklaren und warmherzigen Arrangements, brilliant vorgetragen unter Leitung von Hubertus von Stackelberg, da war es kein Problem, das Spiritual "Oh when the Samts" mit dem Händel'schen Messias zu verschmelzen. Die "Abendsterne - Der junge Chor" nahmen auf einfühlsame und fröhliche Art den Sonnenschein in den Blick, das reichte vom "Good Morning Starshine" bis zum "Wochenend´ und Sonnenschein". Am Schluss musizierten alle gemeinsam ein gewaltiges "Swing Low, Sweet Chariot". Eva Luise Köhler hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Mitmenschlichkeit hervor, und dass diese nicht der Beliebigkeit ausgesetzt bleiben dürfe, "sie ist ein Grundsatz allen christlichen Handelns zu jeder Zeit und in jeder Situation." Benachteiligte Menschen brauchten die Gewissheit, Freunde zu haben, ganz besonders, "denn sie erleben Tag für Tag Grenzen, die oft enger angelegt sind als bei Menschen im Vollbesitz ihrer körperlichen, geistigen oder sozialen Kräfte." Nachdem sich Köhler bei den Künstler-innen bedankt hatte, freuten sich die Besucher beim Stehempfang über die Begegnung mit einer herzlichen und für Gespräche offenen Eva Luise Köhler. Mit einem Redaktionsgespräch in der Ludwigsburger Kreiszeitung beendete sie ihren Besuch. Siehe auch www.bundespraesident.de(jc)

Flatternde Küken und drohende Gnomen

N EU HAUSEN: Silvesterkonzert mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett in der Kirche St. Petrus und Paulus

VON MARKUS DIPPOLD, Esslinger Zeitung, 2010-01-03

Mit fröhlich jubilierenden Barockklängen und mächtigen, orchestral wirkenden Tönen der Spätromantik ist in Neuhausen das alte Jahr verabschiedet worden. In einem festlichen Silvesterkonzert in der Kirche St. Petrus und Paulus mit dem Ludwigsburger Blechbläserquintett wurden Werke von Bach, Händel und Mussorgski aufgeführt, Immer mächtiger schwellen die Klänge der Orgel an, kraftvoll dröhnen die Akkorde und Linien der fünf Blechbläser, getragen von unerbittlich dumpfen Tönen der Pauke. „Das große Tor von Kiew" nennt Modest Mussorgski den letzten Satz seiner Komposition „Bilder einer Ausstellung". Im Original für Klavier, hauptsächlich aber in der Orchester-Variante von Maurice Ravel bekannt, schildert dieses gut halbstündige Werk einen imaginären Gang durch ein Museum. Leitmotivisch kehrt eine schlichte Melodie, „Promenade" genannt, wieder. Dann macht die Musik Station vor einem Dutzend Bilder, die Mussorgski in Töne fasst. Eleganz und Klangfarbenvielfalt In einer Bearbeitung für Blechbläserquintett, Orgel und Schlagwerk war diese klingende Malerei am Silvestertag in der voll besetzten Pfarr-kirche St. Petrus und Paulus zu hören. Dunkel drohend setzt die Walcker-Orgel, gespielt vom Ludwigsburger Bezirkskantor Martin Kaleschke, beim geheimnisvollen „Gnomus" ein, die tiefen Register mischen sich mit den tiefen Stimmen des Ludwigsburger Blechbläserquintetts (Matthias Jauß, Posaune, David Polkinhorn, Tuba). Einige Augenblicke später lauscht man den melancholischen Linien des Horns (Harald Domes) bei der Beschreibung eines alten Schlosses, turbulent geht es auf dem Markt in „Limoges" zu und geradezu keck und ein bisschen drehorgelartig ein bisschen drehorgelartig flattert flattert das Geschehen in hohen Lagen beim „Ballett" der Küken. Die Charakterstücke Mussorgskis wirken in dieser Instrumentierung stimmig, das Klangbild des Blechbläserquintetts ist einerseits homogen, vermischt sich andererseits gut mit der Orgel. Und die bildermächtige Komposition gibt den Instrumentalisten reichlich Gelegenheit mit Eleganz und Klangfarbenvielfalt zu überzeugen, was vor allem die beiden Trompeter Klaus Ulrich Dann und Hubertus von Stackelberg immer wieder in funkelnden, hohen Lagen demonstrieren. Für vielfältige Effekte sorgt Klaus Dreher, Schlagzeugprofessor an der Stuttgarter Musikhochschule, mit einer Vielzahl von Instrumenten. Mächtige Gong-Töne, fröhlich schnatternde Klänge des Schellenkranzes und immer wieder unerbittliche Rhythmen von Pauken und großer Trommel grundieren das Geschehen. Dafür gab es zu Recht vom begeisterten Publikum Ovationen im Stehen - und das machte auch die eher schwache erste Konzerthälfte vergessen. Drei Bearbeitungen von Werken Johann Sebastian Bachs hatten das Programm eröffnet. Die fünfstimmige Fuge „Sicut locutus est" und die beiden figurativ verzierten Stücke „Freut euch, jubilieret" und „Gloria" waren eine nette, wenngleich wenig aussagekräftige Einstimmung in das Konzert. Eher pro-blematisch fiel das anschließende Orgelkonzert B-Dur von Georg Friedrich Händel aus. Zwar begeisterte Martin Kaleschke mit flinken Fingern und hübschen Registrierungen, doch die Übertragung des originalen Streich-Orchestersatzes auf die fünf Blechbläser war wenig überzeugend. Zu sehr dominierten sie das Klangbild, häufiger fehlte die rhythmische Präzision.

E- und U-Musik vereint Ludwigsburger Blechbläser-Quintett in der Cyriakuskirche Bönnigheim

Im evangelischen Gotteshaus gab das Ludwigsburger Blechbläser-Quintett ein Konzert, bei dem neben festlicher, geistlicher Musik auch Gospels und jazzige Kompositionen auf dem Programm standen

Miriam Staudacher, Heilbronner Stimme, 2009-12-15

Bönnigheim. Das Ludwigsburger Blechbläser Quintett trennt nicht in E- und U-Musik, sondern offenbar seine Liebe zur Musik in den unterschiedlichen Stilrichtungen: Hubertus von Stackelberg (Trompete) Klaus-Ulrich Dann (Hohe Trompete), Harald Domes (Horn), Matthias Jauß (Posaune) und David Polkinhorn (Tuba) sind hochprofessionelle Musiker, die von Barock, Klassik und Romantik bis hin zu Jazz Pop und Musicals alle Stilrichtungen beherrschen. So durften die Zuhörer in der Cyriakuskirche nach einem besinnlichen Auftakt mit Variationen zum Adventslied "Macht hoch die Tür" fünf Sätze aus Georg Friedrich Händels Suite "Wassermusik" lauschen. Im Freien, und dafür wurde diese unterhaltsame Werk ja dereinst vom Hofmusiker Händel verfasst, müsste man auf eine starke Bläserbesetzung bestehen. In einem geschützten Raum wie der Cyriakuskirche, die im übrigen nicht nur aufgrund der Akustik für Konzerte jedweder Art ganz wunderbar geeignet ist, reichen Einfachbesetzungen allemal aus: Die fünf Musiker des Ludwigsburger Blechbläser-Quintetts schafften es spielend, die Opulenz und Klangfülle des Händelschen Meisterwerkes bis in die letzte Reihe zu transportieren. Aus dem Frühbarock stammen die Cantaten und Canzonen, die die Blechbläser anschließend wiedergaben. Als Klangerlebnis der besonderen Art entpuppte sich hierbei der Vortrag der "Canzon Nr. 5" des deutsch-österreichischen Komponisten und Organisten Paul Peuer: Die Ensemblemitglieder des Ludwigsburger Blechbläserquintetts positionierten sich für den Vortrag dieser Komposition an verschiedenen Stellen in der Kirche und brachten so den Zuhörern das Jubilieren der hohen Trompete, die tiefen Töne der Tuba und den weich, satten Klang des Horns sprichwörtlich nahe. Ungewöhnliche Interpretationen von Gospels und Spirituals beendeten das festliche und zwischendurch angenehm fetzige , Adventskonzert, zu dem das Orgelspiel von Joachim Schäfer und Lesungen aus dem Alten Testament von Pfarrer Hermann Scherb vorzüglich passten